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Ja, der Schlaf verändert sich im Alter. Ab 65 Jahren machen sich diverse Veränderungen im Schlafverhalten bemerkbar. Diese zu kennen, ist wichtig. Denn mit diesem Wissen versteht man besser, warum welche Massnahmen helfen, die im Alter so häufigen Ein- und Durchschlafstörungen (worauf wir uns hier konzentrieren wollen) zu verbessern.
Das menschliche Gehirn arbeitet mit Elektrizität, aber im Unterschied zum kontinuierlichen Strom aus der Steckdose mit impulsartiger Energie. Deren Signale lassen sich summarisch an der Kopfhaut messen. Solche Hirnstrommessungen (EEG) zeigen tagsüber, wenn wir wach sind, eine schnelle und chaotische Aktivität. Schlafen wir, verlangsamen sich die Hirnströme und synchronisieren sich zu gemeinsamen Wellen, die sich phasenweise verändern. So unterscheidet die Schlafforschung Phasen leichten und Phasen tiefen Schlafes, den REM-Schlaf sowie die nächtliche Wachphase.
Diese Phasen bilden einen Schlafzyklus von ungefähr anderthalb Stunden, so dass wir pro Nacht vier bis sechs Zyklen durchlaufen (bei 6 bis 9 Stunden Schlaf). Aufgrund des zyklischen Aufbaus und des regelmässigen Phasenablaufes spricht man von einer Schlafarchitektur, die sich im Alter zunehmend verändern kann:
Zudem kann es im Alter zu zeitlichen Verschiebungen kommen:
Grundsätzlich sollte man natürliche Schlafveränderungen im Alter akzeptieren. Ebenfalls wichtig ist es, sich ein realistisches Ziel zu setzen. Kein Senior muss auf Biegen und Brechen sein Schlafpensum erhöhen. Wie viele Stunden man schläft, ist im Alter so individuell verschieden wie in allen anderen Lebensabschnitten und unterm Strich auch nicht entscheidend.
Den Ausschlag geben vielmehr die (objektive) Schlafqualität und die (subjektive) Zufriedenheit mit dem eigenen Schlaf. Und nicht allein der Nachtschlaf ist von Bedeutung, sondern auch, wie wir uns tagsüber fühlen, ob wir wach und aufnahmefähig sind oder uns energielos, schlapp und schläfrig fühlen. Dies alles vorausgeschickt, sollte man, um seinen Schlaf zu verbessern, die folgende Prioritätenliste beherzigen:
1. Verhaltensänderungen
2. Pflanzenmedizin
3. Medikamente
Das wichtigste Massnahmenbündel, um leichten und mittleren Schlafproblemen beizukommen, sind Verhaltensänderungen. Gut schlafen ist lernbar! Sie können sich ungute Gewohnheiten abgewöhnen und schlaffördernde Verhaltensweisen antrainieren. Hier ein paar Tipps im Tagesverlauf:
Weitere Empfehlungen finden Sie im Artikel Zehn Tipps gegen Schlafstörungen.
Unterstützen und ergänzen Sie die Verhaltensänderungen mit pflanzlichen Heilmitteln wie Passionsblume, Johanniskraut, Lavendel, Bryophyllum, Baldrian, Hopfen oder Hafer. Pflanzliche Substanzen punkten mit Vorzügen gegenüber synthetischen Schlafmitteln:
Synthetische Schlafmittel (die Sie teilweise auch rezeptfrei erhalten) können bei kurzfristiger Anwendung, etwa in einer belastenden Lebenssituation, eine vorübergehende Lösung sein. Aber langfristig zeigen sie oft ein ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis.
Einige Schlafmittel machen schon nach wenigen Wochen körperlich und psychisch abhängig. Zudem entwickeln viele Menschen eine Toleranz und müssen die Dosis laufend erhöhen, um einen Wirkung zu erzielen.
Gerade bei älteren Menschen können Schlaf- und Beruhigungsmittel zudem das Sturzrisiko erhöhen, wenn sie mitten in der Nacht zur Toilette gehen, wenn sie noch stark unter dem sedierenden und muskelentspannenden Einfluss der Wirkstoffe stehen.
Auch die kognitiven Nebenwirkungen wie Reduktion der Aufmerksamkeit, Verwirrtheit und Gedächtnislücken können sich im Alter als nachteilig erweisen, denn einige Studien bringen die langfristige Nutzung von Schlafmitteln mit einem erhöhten Demenzrisiko in Zusammenhang.
Unsere Empfehlung: erst Verhaltensänderungen, dann pflanzliche Heilmittel und erst an dritter Stelle Schlafmittel. Diese nur kurzzeitig und mit ärztlicher Betreuung.
Sprechstunde Lebensstilmedizin an der Klinik Arlesheim
Ganzheitliche, interdisziplinäre Lifestyleberatung und -begleitung zu den Schwerpunkten: Gesunde Ernährung, Regelmäßige Bewegung, Erholsamer Schlaf, Positive Beziehungen, Stressmanagement und Vermeidung schädlicher Substanzen
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Dieser Blogartikel entstand im Rahmen des Vortrags «Integrative Wege aus der Schlaflosigkeit» des Gesundheitsforum vom 11.03.2026 in der Villa Crescenda, Basel.
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