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Sorgsame Vielfalt

Sorgsame Vielfalt

15. März 2022 Seite drucken 5 Minuten Lesezeit (938 Wörter)

Die Heilmittelherstellung am Heilmittellabor der Klinik Arlesheim zeichnet sich seit jeher durch eine grosse Vielfältigkeit aus, sowohl was die Heilmittel selbst als auch was die Herstellungsverfahren anbelangt. Wie deren Leiterin Amélie Pequignot erläutert, spielen dabei Sorgfalt und Handarbeit eine wichtige Rolle.

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Die meisten der bei uns im Heilmittellabor hergestellten Arzneimittel sind pflanzlicher Herkunft. Das Besondere dabei ist, dass die gesamte Herstellungskette in der Regel in unseren eigenen Händen liegt, von der Ernte über die Produktion von Wirkstoffen bis hin zur Konfektionierung der fertigen Produkte.

Frühmorgendliche Teamarbeit

Zur Herstellung pflanzlicher Wirkstoffe werden die Pflanzen frühmorgens sorgfältig geerntet und sofort zum Heilmittel- labor zur Weiterverarbeitung gebracht. Je nach Grösse der Ernte werden mehr oder weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbezogen, manchmal sogar das ganze Team. Das ist für uns jedes Mal ein kleines Fest – und nach dem kalten, grauen Winter wird die Ernte-Saison immer sehr erwartet.

Im Labor werden die Pflanzen schonend verlesen, gewaschen und geschnitten, von Hand oder mit Hilfe einer Schneidemaschine, wenn die Menge zu gross ist. Hier kommt es auch vor, dass das ganze Team zusammenarbeitet, wie bei der Verarbeitung von Bryophyllum (Bryophyllum daigremontianum), einer Pflanze, die zur Herstellung von wichtigen Heilmitteln verwendet wird.

Wärme und Rhythmus

Die Pflanzen werden dann nach verschiedenen Herstellungsverfahren angesetzt. Die zwei Hauptwege zur Produktion von Auszügen sind die Wärme auf der einen Seite und der Rhythmus auf der anderen. Je nach Pflanzenteil und therapeutischer Anwendung werden verschiedene Intensitäten von Wärme einbezogen. Die wunderbar süss riechende Wurzel der echten Mädesüss (Filipendula ulmaria) wird zum Beispiel in gereinigtem Wasser und Ethanol angesetzt, bei Raumtemperatur von 15 bis 25°C ziehen gelassen und schliesslich abgepresst. So entsteht eine sogenannte Mazeratio, die über das Nerven-Sinnes-System auf den ganzen Menschen einwirkt.
Ein weiteres Beispiel ist die gelbe, bittere Wurzel der Berberitze (Berberis vulgaris), deren Rinde im Ethanol 30 Minuten lang bei 100°C gekocht wird. Nach dem Abpressen entsteht ein Decoctum, das über den Stoffwechselweg in der Verdauung tätig sein wird. Demgegenüber werden bei der Herstellung einer sogenannten Digestio beispielsweise die Früchte des Weissdorns (Crataegus oxyacantha) während 24 Stunden bei 37°C erwärmt. Diese Auszüge sind besonders im rhythmischen System des Menschen aktiv. Die höchste Stufe von Wärme ist die Veraschung, die bei 500°C erfolgt. Die resultierende Asche kann in Verbindung mit der Lunge und der Atmung gesehen und eingesetzt werden.
Darüber hinaus werden in unserem eigenen Trockenschrank Pflanzen mit grosser Sorgfalt getrocknet, um daraus anschliessend vor allem verschiedene Teesorten zuzubereiten. Aber auch ölige Auszüge werden mit getrockneten Pflanzen, zum Beispiel der Zitronenmelisse (Melissa officinalis) oder dem Tabak (Nicotiana tabacum), durch Wärmezufuhr hergestellt. Sie werden während zwei Tagen bei 45°C im Öl belassen, wodurch die innige Beziehung zwischen Öl und Wärme noch betont wird. Durch Rhythmus schliesslich werden zum Beispiel vergorene alkoholfreie Auszüge hergestellt, die die Lebenskräfte der Pflanze besonders schonen und diese dann für die Patientenanwendung zur Verfügung stellen. Bei manchen Pflanzen werden mehrere Teile verwendet, die unterschiedlich verarbeitet werden. Die Blüten der Schlehen (Prunus spinosa) werden zum Beispiel als Öl verarbeitet; mit den Triebspitzen wird eine Mazeratio zubereitet. Schlehen-Elixier wird mit den Früchten dieser Pflanze hergestellt.
Einmal abgepresst, werden die Tinkturen im Keller bis zur weiteren Verarbeitung aufbewahrt und im Dunkeln zwischen 15 und 25°C gelagert – grössere Mengen in 25 Liter-Glasballons, kleinere in Glasflaschen von einem halben bis 5 Litern. Bei Tinkturen aus frischen Pflanzen muss immer darauf geachtet werden, dass eine genügende Menge hergestellt wird, um den gesamten Bedarf des Jahres abzudecken. Die Erntesaison findet ja nur einmal im Jahr statt! 

Zusätzliche Ausgangsstoffe

Neben Pflanzen werden im Heilmittellabor auch tierische Ausgangsstoffe verarbeitet – von den Bienen zum Beispiel Propolis und Honig. Beides wird von einer Demeter-Imkerei gewonnen und im Extrahiermedium angesetzt.
Aber auch Mineralien wie Jaspis oder der eisenhaltige Pyrit sowie reine Metalle wie Kupfer, Gold oder auch Eisen finden Verwendung. Nach dem Waschen werden die Mineralien zerkleinert, sehr fein pulverisiert und gesiebt. Eine Besonderheit ist zum Beispiel die Herstellung eines Kupferspiegels. Es handelt sich dabei um sehr feine Schichten von Kupfer, die sich an den Wänden eines Gefässes festsetzen. Dieser Film wird gesammelt und zur weiteren Verarbeitung genutzt.
Die sorgfältig gewonnenen Wirkstoffe werden dann zur Herstellung von fertigen Arzneimitteln zusammen verarbeitet, teilweise miteinander kombiniert und mit geeigneten Hilfsstoffen weiterverarbeitet, um die erwünschte Darreichungsform zu erreichen. Diese Verarbeitungen erfolgen allesamt von Hand, in einer kleinen Chargengrösse von maximal 20 Kilogramm. 

In Bewegung bringen und kombinieren

Die Tinkturen werden im flüssigen Medium, das heisst mit Wasser oder Ethanol, potenziert, die Mineralien oder Metalle hingegen im festen Medium, mit Laktose. Das Potenzieren ist das stufenweise Verdünnen und in Bewegungbringen eines Ausgangsstoffs. Konkret bedeutet es, dass ein Teil desselben mit neun Teilen des Mediums gemischt und unmittelbar danach durch rhythmisches Schütteln (flüssig) oder Verreiben (fest) in Bewegung gebracht wird. Nach dieser Bewegungsphase folgt eine Ruhephase, durch die eine neue Qualität entstehen kann. Das Potenzieren wird dann bis zur gewünschten Potenzhöhe weiter durchgeführt.

20220106 Heilmittellabor

Im Heilmittellabor werden eine Vielzahl von Salben, Pasten und Gele, Ampullen sowie Zäpfchen und Globuli hergestellt. Nasensprays, Pulver und Tabletten ergänzen unser Sortiment. Am Ende des aufwändigen Herstellungsprozesses werden die Heilmittel abgefüllt und etikettiert – natürlich ebenfalls von Hand.

Umfassende Qualitätsprüfung

Regelmässig erfolgen Inspektionen durch die Behörden, die für die Herstellungsbewilligung notwendig sind.
Das Heilmittellabor verfügt über ein angemessenes, effizientes Qualitätssicherungssystem, das die Regeln der guten Herstellungspraxis für Arzneimittel in kleine Mengen erfüllt. Unser Qualitätskontrolllabor prüft jeden eingekauften Rohstoff und jeden selbst hergestellten Wirkstoff sowie deren Freigabe zur weiteren Verarbeitung. Fertige Produkte werden, bevor sie auf den Markt gebracht werden, ebenfalls geprüft und freigegeben.

Amélie Pequignot
Studium der Pharmazie an der Universität Montpellier. Mehrere Jahre in der Weleda (Frankreich und Schweiz) hauptsächlich in der Zulassung, der Pharmakovigilanz, der Qualitätssicherung und der Herstellung tätig.
amelie.pequignot@klinik-arlesheim.ch
Studium der Pharmazie an der Universität Montpellier. Mehrere Jahre in der Weleda (Frankreich und Schweiz) hauptsächlich in der Zulassung, der Pharmakovigilanz, der Qualitätssicherung und der Herstellung tätig.
weitere Angaben zum Arbeitsschwerpunkt: Seit Frühjahr 2020 Leiterin der Heilmittelherstellung der Klinik Arlesheim.

 

Autor / Autorin

Marketing und Kommunikation, Klinik Arlesheim AG
Marketing und Kommunikation, Klinik Arlesheim AG
kommunikation@klinik-arlesheim.ch
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