Pflege-therapeutische Behandlung: Äussere Anwendungen

In unserer Klinik werden eine Vielzahl Äusserer Anwendungen in der Pflege der Patientinnen und Patienten bedarfsorientiert und abhängig vom therapeutischen Ziel, angewandt. Dies sind Wickel und Kompressen, Teilbäder sowie Rhythmische Einreibungen nach Wegman/Hauschka.

Die Äusseren Anwendungen können vielfältig eingesetzt werden: Im körperlichen Bereich, z.B. bei Schmerzen, Verspannungen, Entzündungen oder Hauterkrankungen. Genauso zeigen sie aber auch Wirkungen auf der seelischen und auf der geistigen Ebene, z.B. bei Unruhe, Ängsten oder depressiven Verstimmungen. Oft können wieder neue Entscheidungen in belastenden Lebenssituationen getroffen werden.

Rhythmische Einreibungen

Rhythmische Einreibungen wurden von Dr. Ita Wegman und Dr. Margarete Hauschka als therapeutische Massnahme entwickelt, um Menschen mit Erschöpfungszuständen, mit Schlafstörungen, bei Unruhe, Ängsten, zur Linderung von Schmerzen und zur Entspannung in ihrem Genesungsprozess zu unterstützen. Dabei wird Öl, eine Emulsion oder eine Salbe rhythmisch auf die Haut aufgetragen. Dies können z.B. die Füsse, die Rücken/Nackenpartie oder der ganze Körper sein (Teileinreibungen oder Ganzkörpereinreibungen).

Substanzen und Anwendungsbeispiele.


Substanzen und Anwendungsbeispiele

  • Beineinreibung mit Lavendelöl zur Nacht als Einschlafhilfe
  • Beineinreibung mit einer Emulsion, die das Bindegewebe kräftigt bei Krampfadern und zur Vorbeugung einer Venenthrombose
  • Fusseinreibung mit Kupfersalbe bei chronisch kalten Füssen
  • Ganzeinreibung mit Johanniskrautemulsion bei depressiven Verstimmungen und nervösen Verspannungen
  • Baucheinreibung mit Kümmelöl bei Verdauungsproblemen


Wickel und Kompressen

Wickel und Kompressen eignen sich gut, um den Organismus zu unterstützen und Beschwerden zu lindern. Mit Kompressen und Wickel werden  ein bestimmtes Organ oder eine Körperregion behandelt und können gleichzeitig über eine lokale Wirkung hinaus für den gesamten Organismus stärkend wirken. Wickel werden meist mit Pflanzenauszügen, in Form von Salben, Ölen oder Tee, durchgeführt. Sie ergänzen Schmerzmittel und können im  Einzelfall Schmerzmittel reduzieren oder sogar ersetzen.


Substanzen und Anwendungsbeispiele

  • Aufgüsse aus getrockneten Pflanzenteilen
    Bsp: Schafgarben-Leberkompresse zur Anregung der aufbauenden Lebertätigkeit bei allgemeiner Erschöpfung oder Depression, zur Unterstützung der Körperentgiftung nach einer belastenden Therapie, wie z.B. Zytostase- oder Antibiotikatherapie  
  • Essenzen (Pflanzenauszüge)
    Bsp: Arnica-Essenzwickel bei entzündeten und schmerzhaften Gelenken (Arthritis oder Rheuma)  
  • Öle
    Bsp: Solum uliginosum compositum-Ölauflage auf Rücken, Nacken oder Schulter gegen Verspannungen der Muskulatur (z. B. Hexenschuss), chronische Schmerzzustände, Nervenschmerzen (Neuralgien) oder Bandscheibenvorfall (Diskushernie)  
  • Pflanzen- und Metallsalben
    Bsp.: Sauerklee-Salbenauflage auf den Bauch bei erschöpften und geschwächten Patienten, bei Schwächen im Verdauungsbereich; spastische, krampfartige Darmbeschwerden bei vegetativen Störungen.
    Bsp.: Gold-Lavendel-Salbenauflage auf die Herzgegend zur Beruhigung und innerer Harmonisierung bei Ängsten, Sorgen und bedrückenden Gedanken vor allem nachts. Zur Nachbehandlung eines Herzinfarktes.  
  • Frischpflanzen
    Bsp: Meerrettichkompresse auf Stirn, Nebenhöhlen oder Nacken bei chronischer Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Kopfschmerzen oder beginnender Migräne.  
  • Quark
    Bsp: Quarkwickel oder -kompressen bei Gelenksergüssen, Lymphstauung oder bei Brustfellergüssen bei einer Lungenentzündung.
  • Bienenwachs
    Bsp. Bienenwachsauflagen auf die Bronchien bei Bronchitis mit schmerzhaftem, trockenem Hustenreiz


Teilbäder - Fuss-, Arm- oder Sitzbäder

Für die Teilbäder wird angenehm temperiertes Wasser in eine Wanne gefüllt, die Substanz hinzugegeben und dann in Lemniskaten (eine liegende Acht) bewegt. Das Wasser kann dadurch seine Lebenskräfte wieder besser zur Verfügung stellen - ähnlich den Selbstreinigungs- und Regenerierungskräften des mäandernden Wassers. Als Substanz verwenden wir insbesondere bei den Fussbädern die hauseigen hergestellten Bademilchprodukte wie Rosmarin, Lavendel und Zitrone.


Substanzen und Anwendungsbeispiele

  • Fussbad mit Senfmehl bei beginnender Erkältung, bei beginnender Migräne, Morgentief bei depressiven Patienten oder bei Unruhe- und Angstzuständen
  • Fussbad mit Salz und Zitrone bei Erkältung, Kopfschmerzen
  • aufsteigendes Armbad bei bestimmten Herzerkrankungen
  • Sitzbad mit Kamille bei Entzündiungen


Pflege und Pflegekurse

Kurse über Wickel und Kompressen, Rhythmische Einreibungen nach Wegman/Hauschka, Organeinreibungen, sowie Grund- und Einführungskurse in die Anthroposophische Pflege für Pflegende, Angehörige anderer therapeutischer Berufe und zum Teil auch Laien.

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