Geschichte der Klinik Arlesheim

Ita Wegman um 1910 während ihrer Studienzeit in Zürich. Foto: C. Ruf, Zürich
Ita Wegman

Die Gründungsjahre

 

1921 verwirklichte eine mutige, weltoffene und sozial engagierte Ärztin ihren Entschluss, "eine kleine Klinik zu gründen". Hier in Arlesheim wollte Ita Wegman (1876 - 1943) die Anregungen, die Rudolf Steiner aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis für die Medizin gab, am Krankenbett umsetzen. Am 8. Juni 1921 war das umgebaute Haus bezugsbereit. Rudolf Steiner besichtigte es als erster.

 

Die ersten dreieinhalb Jahre kam Rudolf Steiner (1861 - 1925) fast täglich in die Klinik. Gemeinsam mit Ita Wegman entwickelte er dort die anthroposophisch erweiterte Medizin.

 

Ita Wegman erarbeitete spezielle Pflegeformen, Einreibungen, Wickel und die Rhythmische Massage, die noch heute ihren Namen trägt. Sie schulte die Wahrnehmungsfähigkeit der Ärzte und Pflegenden, schuf ein Bewusstsein für die pharmazeutischen Prozesse bei der Heilmittelherstellung und förderte von Anfang an die wissenschaftliche Forschung. Sie sah die Anthroposophische Medizin als Teil der „Natur Wissenschaft“ und als „Erkenntnis-Medizin“. Für sie war der Mensch als Mikrokosmos wesensverwandt mit dem Kosmos und der Natur. Das ist auch der Grund, warum tierische, pflanzliche und mineralische Heilmittel auf den menschlichen Organismus wirken können.

 

Nach Dr. Wegmans Tod 1943 behielt das Klinisch-Therapeutische Institut bis in die 60er Jahre seinen internationalen Charakter als einziges anthroposophisches Spital weltweit. Seitdem entstanden im In- und Ausland weitere anthroposophische Krankenhäuser.


Die Lukas Klinik wird gegründet

 

Nur wenige Meter neben dem Klinisch-Therapeutischen Institut wurde im September 1963 die Lukas Klinik als Abteilung des Vereins für Krebsforschung (VfK) eröffnet. Ohne Rita Leroi-von May-Rettich (Chefärztin), Dr. W. Kaelin (Leitender Arzt) und Alexandre Leroi (Leitung Hiscia und Vorstand VfK) wäre die Lukas Klinik nicht Realität geworden. Seitdem spielte sie eine Pionierrolle in der anthroposophischen Krebstherapie.  Von Anfang an hat sie das Konzept der integrativen Onkologie verfolgt – der engen Zusammenarbeit zwischen Schulmedizin und anthroposophischer Medizin.

Rita Leroi
Rita Leroi
Alexandre Leroi
Alexandre Leroi
Dr. W. Kaelin
Dr. W. Kaelin

Namenswechsel über Ita Wegman Klinik zur Klinik Arlesheim

 

1971 wurde das Klinisch-Therapeutische Institut umbenannt nach dem Namen seiner Gründerin und hiess Ita Wegman Klinik. Den Namen behielt sie bis ins Frühjahr 2014. Im April 2014 schlossen sich die beiden benachbarten anthroposophischen Kliniken in Arlesheim, die Ita Wegman Klinik und die Lukas Klinik zur Klinik Arlesheim zusammen.

 

Am 16. Dezember 2008 wurde die Klinik ins Handelsregister eingetragen und hat offiziell eine neue Rechtsform. Die Klinik Arlesheim AG wird seither als gemeinnützige Aktiengesellschaft geführt. Alleinaktionär ist der von Ita Wegman gegründete Verein Klinisch-Therapeutisches Institut.


Die Arlesheimer Kliniken planen eine gemeinsame Zukunft

 

Die beiden anthroposophischen Kliniken in Arlesheim, Ita Wegman Klinik und Lukas Klinik, planen den Zusammenschluss zu einer Klinik. Die Angebote und kantonalen Leistungsaufträge beider Kliniken ergänzen sich optimal, ein neues Angebot, die onkologische Rehabilitation, wird gemeinsam entwickelt.  

Seit Jahrzehnten sind die beiden Arlesheimer Kliniken ein verlässlicher Partner im Gesundheitswesen und mit ihren jeweiligen Angeboten auf der Spitalliste von Basel-Landschaft. Neben dem stationären Angebot der Ita Wegman Klinik mit Innerer Medizin (Kardiologie, Pneumologie, Onkologie, Neurologie), Psychiatrie und Psychosomatik gibt es einen internistischen 24-Stunden Notfall und eine breit gefächerte ambulante Versorgung. Die Lukas Klinik hat sich in 50 Jahren als Kompetenzzentrum für stationäre und ambulante anthroposophische Onkologie profiliert.WEITER