Forschungsabteilung der Klinik Arlesheim

Mit dem übergeordneten Ziel, die Anthroposophische Medizin dem Patienten zu ermöglichen, zu erhalten und weiterzuentwickeln, widmet sich die Forschungsabteilung der darin praktizierten medikamentösen sowie nicht-medikamentösen Therapien und der Pflege der Patienten.


Unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden finden klinische Untersuchungen zur Wirksamkeit und Zweckmässigkeit der Therapien und der Pflege statt. Dabei werden auch Aspekte der Wirtschaftlichkeit berücksichtig. Die Forschungsprojekte werden interprofessionell mit den Ärzten, Therapeuten, Pflegenden und anderweitig in den klinischen Alltag eingebundenen Mitarbeitenden durchgeführt.


Nach Möglichkeit finden sie in Kooperation mit anderen Kliniken, Forschungseinrichtungen, Arzneimittelherstellern und Universitäten statt. Die Ausrichtung der Forschung wird in Zusammenarbeit mit der Klinikleitung abgestimmt.


Das richtige Design klinischer Studien, die korrekte Anwendung von Methoden, die vernünftige und sinnvolle Datenerhebung, sowie die Einhaltung ethischer Richtlinien stellen Voraussetzungen dar, um wissenschaftliche Fragestellungen beantworten zu können. Neben den üblichen klinischen Daten sind gezielte Anamnesen, Fragebogenerfassungen, Laborbefunde, bildgebende Verfahren und physiologische Messungen von grosser Bedeutung.


Die Forschung an unserer Klinik wird finanziert durch Zuwendungen von Stiftungen und Spenden von Menschen, denen die wissenschaftliche Erforschung und Weiterentwicklung der Anthroposophischen Medizin ein wichtiges Anliegen ist.  Anderseits gibt es auch projektgebundene Unterstützungen von Herstellern anthroposophischer Heilmittel. Die institutionellen Geldgeber werden bei Vorträgen und Veröffentlichungen offengelegt, nehmen auf deren Inhalte aber keinen Einfluss.


Ausrichtung der Forschung

 

Entsprechend der Behandlungsschwerpunkte in unserer Klinik und unseres Kompetenzhintergrundes richtet sich die Forschung längerfristig auf die folgenden Schwerpunkte aus:

 

 

Rhythmus

 

„Studieren Sie den Rhythmus, Rhythmus trägt Leben“ antwortete Rudolf Steiner, als  Rudolf Hauschka ihn nach dem Wesen des Lebens fragte. Seitdem spielt die Rhythmusforschung in der Wissenschaft der Anthroposophischen Medizin eine hervorgehobene Rolle. Sie brachte mit Prof. Dr. med. Gunther Hildebrand (1924-1999) – neben Prof. Dr. med. Franz Halberg in den USA (1919-2013) – einen der beiden Pioniere der modernen Chronobiologie und Chronomedizin hervor. Sie hat wesentliches Neuland im naturwissenschaftlichen sowie naturphilosophischen Verständnis von Lebensprozessen beschritten und ist fester Bestandteil moderner medizinischer Forschung geworden.


Durch das Engagement der Kardiologie an der Klinik Arlesheim um Dr. med. Christoph Kaufmann befasst sich die Forschungsabteilung seit einigen Jahren mit kardiovaskulären und respiratorischen Rhythmen, insbesondere wie sich diese für verschiedene Diagnosen – z.B. bei kardiovaskulären, onkologischen, psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen – zwischen „gesund“ und „krank“ verändern. Es wird untersucht wie sich das Rhythmusgeschehen unter dem Einfluss anthroposophischer Therapien verändert und verbessert. Die Methoden der Rhythmuserfassung und deren Analyse werden beständig verfeinert und weiterentwickelt.


Onkologie

 

Der Behandlungsschwerpunkt Onkologie an der Klinik Arlesheim, die hier bestehenden umfangreichen Erfahrungen sowie die Nähe und Verbundenheit mit dem Verein für Krebsforschung sind ideale Voraussetzungen für die Erforschung von anthroposophischen Behandlungsansätzen bei Krebserkrankungen. Die wissenschaftliche Untersuchung der dabei angewendeten medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapien ist uns ein besonderes Anliegen. Bei den medikamentösen Therapien spielen Anwendungen mit Mistelpräparaten eine hervorgehobene Rolle. Bei den nicht-medikamentösen Therapien sind vor allem die Wirkungen von Heileurythmie, Kunsttherapie, Rhythmischer Massage, Hyperthermie und Psychoonkologie Themen klinischer Forschungsprojekte.

 

 

Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik

 

Die Klinik Arlesheim AG besitzt als einzige anthroposophische Klinik in der Schweiz sowohl eine ambulante als auch stationäre Betreuung von Patientinnen und Patienten mit neurologischen, psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen. Ein grosser Teil der Bevölkerung leidet an solchen – häufig zivilisatorisch begünstigten – Krankheiten. Die Tendenz ist steigend. Betroffene Patientinnen und Patienten suchen gern integrative, ganzheitliche Ansätze und Therapien, da diese vergleichsweise nebenwirkungsarm sind, keine Abhängigkeiten bewirken und häufig als nachhaltiger angesehen werden. Wie die verschiedenen anthroposophischen Therapien und Heilmittel optimal bei Erkrankungen in diesen Bereichen eingesetzt werden können, wird in speziellen Forschungsprojekten untersucht.

 

 

Klinische Dokumentation

 

An der Klinik Arlesheim AG existiert ein Dokumentationsprogramm. Dieses hat zum Ziel – mit dem Einverständnis der Patienten – klinische Daten sorgfältig zu sammeln, um sie künftigen Forschungsprojekten in verschlüsselter Form verfügbar zu machen. Anhand solcher Daten kann die Wirksamkeit spezifischer anthroposophischer Behandlungsweisen unter praxisnahen Bedingungen eingeschätzt werden. Sie ermöglichen wissenschaftliche Untersuchungen zur Versorgung unserer Patienten. Die Versorgungsforschung bildet ein modernes und für unser Gesundheitswesen wichtiges Forschungsthema, dem wir uns zusammen mit Kollegen aus dem universitären Umfeld annehmen.


„Gemeinsam forschen für den Menschen“

 

Für die Anwendung, Erforschung und Weiterentwicklung der von ihnen erarbeiteten Anthroposophischen Medizin eröffneten 1921 Dr. Ita Wegman und Dr. Rudolf Steiner das Klinisch-Therapeutische Institut in Arlesheim, heute: Klinik Arlesheim. In ihrem Sinn soll aus den aktuellen Bemühungen der Forschungsabteilung ein zur Klinik gehörendes klinisch-therapeutisches Forschungsinstitut erwachsen.


Die Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen ausgewiesenen Forschungseinrichtungen bilden eine wichtige Grundlage unserer Arbeit. So wurden über die Jahre die bestehenden wissenschaftlichen Kooperationen und Dialoge gepflegt, vertieft und neu geknüpft:


Spitäler:

Universitätsspital Basel/Universitätsspital Zürich/Paracelsus-Spital Richterswil AG/Kantonsspital St. Gallen/Filderklinik/Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke/Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe/Klinik Öschelbronn


Universitäten:

Basel/Bern/Zürich/Witten-Herdecke/Tübingen


Vereinigungen:

Schweizer Arbeitsgemeinschaft klinische Krebsforschung (SAKK) /Krebsliga Schweiz/Verein für Krebsforschung/Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Perinatale Pharmakologie/Deutsche Gesellschaft für Hyperthermie (DGHT)


Arzneimittelhersteller:

Weleda AG/Wala GmbH/Iscador AG/Abnoba/Helixor